1880 - Als der Sport nach Böhlen kam!

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Sir Daniel Fortesque
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1880 - Als der Sport nach Böhlen kam!

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Angelockt durch die wirtschaftlich prosperieren der Region unter Führung von Heinrich von Friesen (Neffe & Erbe von Friedrich von Friesen, sowie Begründer der Röthaer Obstkelterei 1872). Stieg ein Wilhelm Hieckel im Jahre 1880 an der Haltstelle Böhlen (ab 1888 Bahnhof) aus dem Zug, um ein Jobangebot im Dörfchen wahrzunehmen. So richten sich unsere Blicke auf einen jungen Maurerpolier (Mitte Zwanzig), der nach seiner Lehre zum Maurer auf der Walz mit dem Turnen in Berührung kam. Als diese zu Ende war ging er unverhofft zum Militär um dort seinen Polier (Meister) zu machen, dort begeistere ihn der Sport* dermaßen, dass er dort eine Art Turnwart (Übungsleiter) ablegte. Er empfand es bitter, als er sich in Böhlen niedergelassen hatte, dass er der gewohnten Leibeskunst entsagen musste, war doch kein Turnverein (Sportverein) in der Region vorhanden. Nachdem er sich im Dorf eingelebt hatte, begann er die jungen Männer für die deutsche Turnsache zu begeistern. Als Abschluss seiner Werbetätigkeit wurde im März des Jahres 1881 der erste Sportverein (Turnverein Jahn) in Böhlen gegründet. War der Verein bei seiner Gründung auch nicht stark an Mitgliedern (10 Gründungsmitglieder), so herrschte doch von Anfang an in seinen Reihen reges Leben. Heickel leitet die Turnstunden (nach der Turnvorschrift vom Militär [es gab nur wenig Literatur]), die im Friedelschen Gasthof Böhlen abgehalten wurden und er war somit die Feder aller Triebkraft der Anfangsjahre des T.V. Jahn Böhlen.

*Ende der 70er des 19. Jahrhunderts erkannte das Militär, dass die Leibesübungen (Turnen) für junge Männer neben dem Drill eine sinnvolle Ergänzung sind.
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